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Osteoporose – Wenn die Knochen an Stärke verlieren


Osteoporose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Dabei nimmt die Stabilität der Knochen langsam ab – sie werden spröde, porös und brechen leichter. Besonders tückisch: Diese Entwicklung bleibt oft jahrelang unbemerkt, bis es zu einem ersten Bruch kommt.

Was ist Osteoporose eigentlich?

Bei Osteoporose verliert der Körper mehr Knochensubstanz, als er neu bildet. Die feine innere Struktur des Knochens (die sogenannte „Knochenarchitektur“) verändert sich. Dadurch wird der Knochen instabil – ähnlich wie bei einem morschen Balken. Selbst alltägliche Bewegungen oder kleine Stürze können dann zu Wirbelkörper-, Hüft- oder Unterarmbrüchen führen.

Wie häufig ist Osteoporose?

In Deutschland leiden schätzungsweise 4,5 Millionen Frauen und 1,2 Millionen Männer an Osteoporose. Frauen sind häufiger betroffen, vor allem nach den Wechseljahren, wenn der schützende Einfluss der Östrogene nachlässt.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko stark an – bei Frauen ab etwa 65 Jahren, bei Männern ab 75 Jahren.

Osteoporotische Knochenbrüche sind nicht harmlos: Eine Hüftfraktur führt bei vielen Betroffenen zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen, Pflegebedürftigkeit oder sogar zu einem frühzeitigen Tod. Innerhalb des ersten Jahres nach einem Hüftbruch versterben bis zu ein Viertel der Patientinnen und Patienten.

Risikofaktoren – wann die Knochen gefährdet sind

Osteoporose entsteht durch ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Zu den wichtigsten gehören:

Lebensstil und Ernährung

  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Ăśbermäßiger Alkoholkonsum
  • Untergewicht (BMI unter 20 kg/m²)
  • Kalziumarme Ernährung

 

Erkrankungen und Medikamente

  • Langanhaltende Einnahme von Kortisonpräparaten
  • Langzeitgebrauch von Magensäureblockern (Protonenpumpenhemmern)
  • Hormonstörungen (z. B. SchilddrĂĽsenĂĽberfunktion, Testosteronmangel)
  • Diabetes mellitus
  • Rheuma, chronisch-entzĂĽndliche Darmerkrankungen

 

Erhöhtes Sturzrisiko
Viele Knochenbrüche entstehen erst durch Stürze. Gleichgewichtsprobleme, Sehschwäche oder bestimmte Medikamente können die Sturzgefahr erhöhen.

Wer zu einer dieser Risikogruppen gehört, sollte seine Knochengesundheit regelmäßig überprüfen lassen.

Diagnose – Wie wird Osteoporose festgestellt?

Die wichtigste Untersuchung ist die Knochendichtemessung (DXA-Messung). Sie zeigt, wie stabil der Knochen ist und ob bereits ein erhöhtes Bruchrisiko besteht.

Laut der neuen Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) wird empfohlen, ab dem 70. Lebensjahr (bei Frauen und Männern) eine Basisdiagnostik durchzuführen. Auch bei jüngeren Menschen kann eine Untersuchung sinnvoll sein, wenn Risikofaktoren vorliegen oder bereits Brüche ohne erkennbaren Unfall passiert sind.

Die Basisdiagnostik umfasst:

  • Ă„rztliche Befragung zu Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten
  • Knochendichtemessung (DXA)
  • Blutuntersuchung auf mögliche Stoffwechsel- oder Hormonstörungen
  • Ggf. Röntgen- oder MRT-Aufnahmen bei Verdacht auf Wirbelfrakturen

Basistherapie – Was jeder selbst tun kann

Schon einfache Maßnahmen können helfen, Knochenabbau zu bremsen und das Risiko für Brüche deutlich zu senken.

  1. Ausgewogene Ernährung
  • Calcium ist der wichtigste Baustein der Knochen. Erwachsene sollten etwa 1000 mg pro Tag aufnehmen – idealerweise ĂĽber die Ernährung:
    Milch, Joghurt, Käse, grünes Gemüse (z. B. Brokkoli, Grünkohl), Nüsse, Mandeln oder Sardinen sind gute Calciumquellen.
  • Reicht die Ernährung nicht aus, kann nach ärztlicher RĂĽcksprache eine Calcium-Supplementierung sinnvoll sein.
  • Vitamin D unterstĂĽtzt die Calciumaufnahme im Körper. Empfohlen werden 800 bis 1000 internationale Einheiten (IE) täglich – besonders im Winter oder ab dem 70. Lebensjahr.
  1. Bewegung & Muskeltraining

Regelmäßige Bewegung mit Belastung der Knochen ist entscheidend – etwa:

  • Gehen, Wandern oder Treppensteigen
  • Gymnastik, Yoga oder Tai Chi (verbessern das Gleichgewicht)
  • Muskelkräftigende Ăśbungen mit leichten Gewichten

Schon 20–30 Minuten täglich können den Knochenstoffwechsel aktivieren.

  1. StĂĽrze vermeiden
  • Stolperfallen in der Wohnung beseitigen
  • Gute Beleuchtung und stabile Schuhe
  • Sehhilfen regelmäßig ĂĽberprĂĽfen lassen
  • Gleichgewichtstraining oder Physiotherapie

Medikamentöse Behandlung – Wenn mehr Schutz nötig ist

Wenn das Risiko für Knochenbrüche besonders hoch ist, kann eine medikamentöse Behandlung notwendig werden. Die Auswahl richtet sich nach dem individuellen Frakturrisiko, das die Ärztin oder der Arzt berechnet.

Antiresorptive Medikamente

Diese Wirkstoffe bremsen den Knochenabbau. Dazu gehören:

  • Bisphosphonate (z. B. Alendronat, Risedronat)
  • Denosumab (wird als Spritze verabreicht)
  • Ă–strogenpräparate oder selektive Ă–strogenrezeptor-Modulatoren (SERMs)

Diese Medikamente sind seit Jahren bewährt und senken nachweislich das Risiko für Hüft- und Wirbelfrakturen.

Osteoanabole Medikamente – neuer Ansatz für starke Knochen

Bei einem sehr hohen Bruchrisiko (ĂĽber 10 % in 3 Jahren) empfehlen die neuen Leitlinien eine osteoanabole Therapie. Diese Medikamente regen den Knochenaufbau aktiv an.

Zu den modernen Wirkstoffen zählen:

  • Teriparatid
  • Romosozumab
  • Abaloparatid – ein neuer Wirkstoff, der seit Ende 2022 in Europa zugelassen ist

Abaloparatid wirkt ähnlich wie das körpereigene Parathormon, fördert den Knochenaufbau und senkt das Risiko für Wirbel- und Hüftfrakturen. Die Behandlung erfolgt über tägliche Injektionen über maximal 18 Monate, danach folgt meist eine Erhaltungstherapie mit einem Bisphosphonat.

Wichtiger Hinweis zur Zahngesundheit

Ein sehr seltenes, aber ernstzunehmendes Risiko bei manchen Medikamenten (z. B. Bisphosphonaten oder Denosumab) ist die sogenannte Kiefernekrose. Daher sollte vor Beginn der Therapie ein Zahnarztbesuch erfolgen – und regelmäßige Kontrollen sind empfehlenswert.

Fazit – Knochengesundheit ist Lebensqualität 

Osteoporose ist keine unvermeidliche Alterserscheinung, sondern eine behandelbare Erkrankung.
Wer frĂĽhzeitig auf seine Knochen achtet, kann das Risiko fĂĽr BrĂĽche erheblich senken.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Osteoporose betrifft Frauen und Männer – das Risiko steigt mit dem Alter
  • FrĂĽherkennung ist entscheidend (Knochendichtemessung ab 70 Jahren oder bei Risikofaktoren)
  • Bewegung, Calcium und Vitamin D sind die Basis jeder Therapie
  • Bei hohem Bruchrisiko stehen wirksame Medikamente zur VerfĂĽgung – bis hin zu neuen aufbauenden Wirkstoffen
  • Jede und jeder kann aktiv etwas fĂĽr starke Knochen tun!

 

Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu mitteilen wollen,
dann schreiben Sie uns gerne an:

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Stichwort: Osteoporose

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