Medikamentöse Behandlung – Wenn mehr Schutz nötig ist
Wenn das Risiko für Knochenbrüche besonders hoch ist, kann eine medikamentöse Behandlung notwendig werden. Die Auswahl richtet sich nach dem individuellen Frakturrisiko, das die Ärztin oder der Arzt berechnet.
Antiresorptive Medikamente
Diese Wirkstoffe bremsen den Knochenabbau. Dazu gehören:
- Bisphosphonate (z. B. Alendronat, Risedronat)
- Denosumab (wird als Spritze verabreicht)
- Östrogenpräparate oder selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs)
Diese Medikamente sind seit Jahren bewährt und senken nachweislich das Risiko für Hüft- und Wirbelfrakturen.
Osteoanabole Medikamente – neuer Ansatz für starke Knochen
Bei einem sehr hohen Bruchrisiko (ĂĽber 10 % in 3 Jahren) empfehlen die neuen Leitlinien eine osteoanabole Therapie. Diese Medikamente regen den Knochenaufbau aktiv an.
Zu den modernen Wirkstoffen zählen:
- Teriparatid
- Romosozumab
- Abaloparatid – ein neuer Wirkstoff, der seit Ende 2022 in Europa zugelassen ist
Abaloparatid wirkt ähnlich wie das körpereigene Parathormon, fördert den Knochenaufbau und senkt das Risiko für Wirbel- und Hüftfrakturen. Die Behandlung erfolgt über tägliche Injektionen über maximal 18 Monate, danach folgt meist eine Erhaltungstherapie mit einem Bisphosphonat.
Wichtiger Hinweis zur Zahngesundheit
Ein sehr seltenes, aber ernstzunehmendes Risiko bei manchen Medikamenten (z. B. Bisphosphonaten oder Denosumab) ist die sogenannte Kiefernekrose. Daher sollte vor Beginn der Therapie ein Zahnarztbesuch erfolgen – und regelmäßige Kontrollen sind empfehlenswert.
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