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Kaugummi: Eine unerwartete Quelle von Mikroplastik
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Kaugummi: Eine unerwartete Quelle von Mikroplastik
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch beim Kauen von Kaugummi Mikroplastik freigesetzt und geschluckt werden kann. Das mag überraschen, denn viele Menschen denken beim Thema Mikroplastik vor allem an Trinkflaschen, Verpackungen oder Kosmetikartikel. Die Studie, auf die sich der Artikel bezieht, wurde auf einer großen wissenschaftlichen Konferenz vorgestellt und untersucht, wie viel Mikroplastik beim Kauen entsteht.
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Was hat die Studie ergeben?
- Wissenschaftler haben beobachtet, dass beim Kauen von Kaugummi winzige Kunststoffpartikel in den Speichel abgegeben werden. Diese Partikel gehören zur Gruppe der Mikroplastik-Teilchen.
- Pro Gramm Kaugummi können dabei durchschnittlich etwa 100 Mikroplastik-Partikel freigesetzt werden. Bei manchen Marken waren es sogar mehr als 600 Partikel pro Gramm.
- Eine handelsübliche Kaugummistange wiegt gewöhnlich zwischen zwei und sechs Gramm. Das bedeutet: Eine einzelne Stange kann hundert bis mehrere tausend Mikroplastik-Teilchen in den Speichel abgeben, die dann in den Körper gelangen könnten.
- Überraschenderweise war dieser Effekt bei sowohl synthetischen als auch als „natürlich“ vermarkteten Kaugummis zu beobachten. Beide enthielten ähnliche Mengen an Kunststoffpartikeln.
- Der Großteil der Mikroplastik-Freisetzung geschieht in den ersten Minuten des Kaugummikauens – etwa 94 % innerhalb der ersten acht Minuten.
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Woher kommt das Mikroplastik im Kaugummi?
Viele Kaugummis enthalten polymerbasierte Substanzen in ihrer Kaumasse, die zum Teil wie Kunststoff aufgebaut sind. Dadurch können beim mechanischen Kauen kleine Partikel abgerieben werden, die anschließend geschluckt werden. Da natürliche und synthetische Kaugummis ähnlich viele Teilchen freisetzen, ist die genaue Herkunft der Partikel (z. B. aus Rezeptur oder Verarbeitungs- und Verpackungsprozessen) noch nicht vollständig geklärt.
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Welche Bedeutung hat das für die Gesundheit?
- Es ist derzeit nicht eindeutig belegt, welche gesundheitlichen Folgen diese zusätzliche Mikroplastikaufnahme beim Kauen hat. Bislang gibt es keine klaren humanmedizinischen Studien, die zeigen, dass dies direkt krank macht.
- Mikroplastik wird jedoch zunehmend in der Umwelt, in Lebensmitteln und inzwischen auch im menschlichen Körper nachgewiesen. In anderen Studien wurden Mikroplastik-Partikel sogar in Blut, Organen und Geweben entdeckt. Die gesundheitlichen Wirkungen sind Gegenstand intensiver Forschung, doch mögliche Risiken reichen von Entzündungsreaktionen bis zu Stoffwechsel- und Immunveränderungen.
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Praxisnahe Einordnung und Tipps
- Kaugummikauen allein ist nur eine von vielen Quellen der Mikroplastik-Aufnahme – etwa durch Trinkwasser, Lebensmittel, Verpackungen und Luft.
- Wer seine Gesamtbelastung reduzieren möchte, kann überlegen, den Kaugummikonsum zu begrenzen.
- Wenn Kaugummi konsumiert wird, kann es sinnvoll sein, längere Zeit an einer einzigen Stange zu kauen, statt viele neue hintereinander zu nehmen: Die meisten Partikel werden bereits früh freigesetzt.
- Wie bei anderen Quellen von Mikroplastik gilt: Bewusstes Konsumieren, Reduktion von Kunststoffen im Alltag und Aufklärung über Inhaltsstoffe können helfen, die Belastung zu senken.
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Zusammengefasst:
- Kaugummi setzt beim Kauen hundert bis mehrere tausend Mikroplastik-Partikel frei, die verschluckt werden können.
- Dieser Effekt betrifft sowohl synthetische als auch natürliche Produkte.
- Die gesundheitlichen Auswirkungen sind bislang nicht abschließend erforscht, doch das Ergebnis zeigt, wie allgegenwärtig Mikroplastik selbst in unerwarteten Produkten ist.
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Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu mitteilen wollen, dann schreiben Sie uns gerne an:
info@schmerzliga.de Stichwort: Kaugummi und Mikroplastik
Ihre Deutsche Schmerzliga e.V.
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