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Glasflaschen – wirklich die sicherere Wahl?
Neue Erkenntnisse zu Mikroplastik in Getränken



Glasflaschen – wirklich die sicherere Wahl?
Neue Erkenntnisse zu Mikroplastik in Getränken

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher greifen bewusst zu Getränken in Glasflaschen. Glas gilt als hochwertig, umweltfreundlich und vor allem als frei von problematischen Stoffen wie Mikroplastik. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass diese Annahme nicht uneingeschränkt zutrifft.

Ăśberraschende Studienergebnisse

Forschende der französischen Lebensmittel- und Sicherheitsbehörde ANSES haben verschiedene Getränke wie Wasser, Limonade, Eistee, Bier und Wein auf Mikroplastik untersucht. Dabei wurden Getränke aus Glasflaschen mit denselben Produkten aus Plastikflaschen oder Dosen verglichen.

Das Ergebnis war unerwartet:
In vielen Fällen enthielten Getränke aus Glasflaschen deutlich mehr Mikroplastik als vergleichbare Produkte aus Plastikverpackungen oder Dosen – teilweise um ein Vielfaches.

Woher stammt das Mikroplastik?

Entscheidend ist: Das Mikroplastik stammt nicht aus dem Glas selbst. Die Hauptquelle sind vielmehr die VerschlĂĽsse, insbesondere:

  • lackierte oder kunststoffbeschichtete Metallkappen
  • Kunststoffbestandteile von SchraubverschlĂĽssen

Beim Abfüllen, Transportieren, Lagern oder Öffnen der Flaschen können sich winzige Kunststoffpartikel aus diesen Verschlüssen lösen und in das Getränk gelangen. Auffällig war zudem, dass Getränke in Glasflaschen mit Naturkorken deutlich geringere Mengen an Mikroplastik aufwiesen.

Gesundheitliche Bedeutung – was ist bekannt?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik sind derzeit noch nicht abschließend geklärt. Zwar wurden Mikroplastikpartikel inzwischen im menschlichen Körper nachgewiesen, verlässliche Grenzwerte oder eindeutige Aussagen zu langfristigen Folgen fehlen jedoch bislang.

Fachleute gehen dennoch davon aus, dass eine vorsorgliche Minimierung der Aufnahme sinnvoll ist. Mikroplastik steht unter anderem im Verdacht, Entzündungsprozesse zu fördern oder hormonelle Prozesse zu beeinflussen, auch wenn hierzu noch weiter geforscht werden muss.

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun?

Auch wenn sich Mikroplastik heute kaum vollständig vermeiden lässt, können einige bewusste Entscheidungen die persönliche Belastung reduzieren:

  • VerschlĂĽsse beachten: Getränke in Glasflaschen mit Naturkorken enthalten meist weniger Mikroplastik als solche mit beschichteten Schraub- oder Kronkorken.
  • Leitungswasser nutzen: In vielen Regionen ist Leitungswasser von sehr guter Qualität. Die Verwendung von Glas- oder Edelstahlkaraffen kann eine sinnvolle Alternative zu abgefĂĽllten Getränken sein.
  • Hitze meiden: Getränke sollten nicht in Plastikbehältern erhitzt werden, da Wärme die Freisetzung von Kunststoffpartikeln begĂĽnstigt.
  • Schonende Lagerung: Starke Hitze, direkte Sonneneinstrahlung und kräftiges SchĂĽtteln können den Abrieb von Kunststoffbestandteilen erhöhen.
  • Gesamtbelastung reduzieren: Mikroplastik stammt auch aus Lebensmitteln, Verpackungen, Kosmetikprodukten und der Umwelt. Ein bewusster Umgang mit Einwegkunststoffen kann die Gesamtaufnahme senken.

Fazit

Glasflaschen gelten weiterhin als hochwertige Verpackung – sie sind jedoch nicht automatisch frei von Mikroplastik. Der entscheidende Faktor ist weniger das Material der Flasche als vielmehr der Verschluss. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass einfache Annahmen hinterfragt werden sollten und dass differenzierte Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher wichtig sind.

Bis die gesundheitlichen Auswirkungen eindeutig geklärt sind, erscheint ein vorsorglicher, informierter Umgang mit Verpackungen sinnvoll.

Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu mitteilen wollen,
dann schreiben Sie uns gerne an:

info@schmerzliga.de
Stichwort: Glasflaschen und Mikroplastik

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