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DSL-Newsletter - Gesundes Wissen Online
Weltkrebstag 4. Februar 2026 Krebs überlebt – Schmerzen bleiben:
Fast jede zweite betroffene Person leidet seit Jahren
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Welt-Krebs-Tag: GroĂźe deutsche Patientenumfrage der Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V. und der Deutschen Gesellschaft fĂĽr Schmerzmedizin (DGS) e.V. zeigt massive Defizite in der Behandlung von Tumorschmerzen.
Bundesweite Querschnittsbefragung 2025 unter über 12.000 Krebspatient:innen: Viele Betroffene leiden trotz moderner Medizin über Jahre hinweg unter unzureichender Schmerztherapie – häufig auch als Langzeitfolge der Tumorbehandlung.
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Limburg/Berlin, [03.02.2026] – Anlässlich des Weltkrebstages macht eine groß angelegte bundesweite Online-Querschnittsbefragung unter mehr als 12.000 an der Umfrage teilnehmenden Krebspatientinnen und -patienten in Deutschland auf erhebliche Defizite in der schmerzmedizinischen Versorgung aufmerksam. Die Erhebung wurde von Januar bis Dezember 2025 durchgeführt und zeigt: Tumorschmerzen sind für viele Betroffene kein vorübergehendes Symptom, sondern ein dauerhaftes, häufig unterschätztes Problem – mit gravierenden Folgen für Lebensqualität, Alltag und psychisches Wohlbefinden.
Die Umfrage wurde von der Deutschen Schmerzliga (DSL) e.V., der größten Dachorganisation für Menschen mit chronischen und therapieschwierigen Schmerzen in Deutschland, in enger Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V., der größten schmerzmedizinischen Versorgergesellschaft, durchgeführt. Beide Organisationen vertreten gemeinsam die Perspektive von Patient:innen und schmerzmedizinischen Behandlern.
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Schmerzen oft ĂĽber viele Jahre
Besonders eindrĂĽcklich: Die Daten zeigen, dass es sich bei einem groĂźen Teil der Betroffenen nicht um kurzfristige Beschwerden im Rahmen einer akuten Krebserkrankung handelt, sondern um langanhaltende oder chronische Schmerzprobleme.
So berichten die an der Umfrage teilnehmenden Patient:innen im Mittel über eine Schmerzdauer von mehr als drei Jahren, und nahezu die Hälfte der Befragten gibt an, bereits seit fünf Jahren oder länger unter tumorbedingten Schmerzen zu leiden. Damit handelt es sich bei vielen Teilnehmer:innen um Langzeitüberlebende der Krebserkrankung, die unter anhaltenden körperlichen und psychosozialen Langzeitfolgen leben.
„Unsere Daten zeigen sehr deutlich: Tumorschmerz ist für viele Menschen kein vorübergehendes Symptom, sondern ein chronischer Begleiter über Jahre hinweg“, sagt Studienleiter PD Dr. med. Michael A. Überall. „Das betrifft zunehmend auch Langzeitüberlebende, bei denen die eigentliche Krebserkrankung oft bereits erfolgreich behandelt wurde, die aber weiterhin unter den Folgen leiden.“
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Unzureichende Versorgung bei vielen Betroffenen
Unter den an der Umfrage teilnehmenden Patient:innen leidet rund ein Drittel unter unzureichend behandelten Dauerschmerzen, weitere knapp die Hälfte unter sogenannten Durchbruchschmerzen – plötzlichen, extrem starken Schmerzattacken trotz eigentlich stabiler Basistherapie. Neun von zehn Betroffenen beschreiben diese Schmerzepisoden als „stark“ oder „extrem“.
Besonders alarmierend: Nur etwa jeder dritte Patient mit Durchbruchschmerzen unter den Befragten erhält überhaupt eine spezifische Notfallmedikation. Hochwirksame, speziell entwickelte Medikamente mit schnellem Wirkungseintritt werden nur bei einem sehr kleinen Teil der Betroffenen eingesetzt.
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Neuropathische Schmerzen häufig – oft als Langzeitfolge der Therapie
Ein weiterer zentraler Befund betrifft die Art der berichteten Schmerzen. Auf Basis eines wissenschaftlich validierten Selbstauskunftsinstruments (PDQ7) berichten rund 45 % der an der Umfrage teilnehmenden Patient:innen ĂĽber neuropathische oder gemischt neuropathische Schmerzanteile. Dabei geben etwa 12 % der Befragten an, ĂĽberwiegend neuropathische Schmerzen zu haben, weitere rund ein Drittel berichtet ĂĽber gemischte Schmerzformen mit sowohl nozizeptiven als auch neuropathischen Komponenten.
Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen des Nervensystems und können sowohl direkte Folge der Tumorerkrankung sein als auch iatrogene Langzeitfolge der Krebstherapie, etwa nach Operationen, Bestrahlung oder im Rahmen einer chemotherapieinduzierten peripheren Neuropathie.
„Dass nahezu jede:r zweite der befragten Krebspatient:innen neuropathische Schmerzanteile angibt, unterstreicht die Bedeutung von Langzeitfolgen der Tumorerkrankung und ihrer Therapie“, so Überall. „Diese Schmerzformen sind besonders belastend, oft therapieresistent und erfordern spezifische diagnostische und therapeutische Konzepte.“
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Massive Auswirkungen auf Lebensqualität
Mehr als die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Patient:innen gibt an, dass ihre Lebensqualität deutlich oder stark eingeschränkt ist. Schlafstörungen, soziale Isolation, depressive Symptome und Angst sind häufige Begleiterscheinungen. Viele Betroffene berichten zudem über erhebliche Einschränkungen im Alltag, in sozialen Beziehungen und in der beruflichen Leistungsfähigkeit.
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Forderungen der Autoren
Die Autoren fordern deshalb:
- eine konsequente routinemäßige Schmerzerfassung in der Onkologie, auch bei Langzeitüberlebenden,
- eine bessere Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten in moderner Schmerztherapie,
- sowie einen niedrigschwelligen Zugang zu wirksamen Medikamenten, insbesondere bei Durchbruchschmerzen.
„Krebs darf heute nicht mehr automatisch mit Leiden gleichgesetzt werden“, so Überall. „Gerade bei den vielen Langzeitüberlebenden müssen Schmerzen als eigenständige chronische Erkrankung ernst genommen und systematisch behandelt werden.“
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Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu mitteilen wollen, dann schreiben Sie uns gerne an:
info@schmerzliga.de Stichwort: Weltkrebstag
Ihre Deutsche Schmerzliga e.V.
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