Schmerztherapie mit Opioiden: Wenn Nebenwirkungen zur zusätzlichen Belastung werden
Chronische Schmerzen sind für viele Betroffene eine enorme Belastung. Opioide können in der Schmerztherapie eine wichtige Rolle spielen – sie sind wirksam, aber nicht frei von Nebenwirkungen. Zu den bekannten unerwünschten Wirkungen zählen unter anderem Müdigkeit, Benommenheit oder Sedierung, eine körperliche Gewöhnung, sowie – bei unsachgemäßer Anwendung – auch das Risiko von Abhängigkeit, missbräuchlicher Nutzung oder Sucht.
Eine Nebenwirkung wird dabei jedoch besonders häufig unterschätzt und bleibt oft dauerhaft bestehen: die opioidbedingte Obstipation (OIC), also eine durch Opioide verursachte Verstopfung. Anders als viele andere Nebenwirkungen verschwindet sie meist nicht im Verlauf der Behandlung – im Gegenteil: Sie kann chronisch werden und den Alltag massiv beeinträchtigen.
Viele Betroffene leiden still, sprechen nicht darüber oder bekommen keine gezielte Behandlung – obwohl es heute evident wirksame Therapien gegen OIC gibt. Ein Grund dafür ist nicht nur, dass das Ausmaß der Beschwerden im ärztlichen Gespräch mitunter gar keine Rolle spielt, sondern auch, dass es oft nur schwer einzuordnen ist.
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