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Lipödem –
eine oft verkannte chronische Erkrankung



Das Lipödem ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung, von der Schätzungen zufolge bis zu jede zehnte Frau betroffen ist. Trotz dieser hohen Zahl wird das Lipödem bis heute häufig unterschätzt, fehldiagnostiziert oder gar nicht erkannt. Viele Betroffene verbringen Jahre in ärztlicher Abklärung, ohne eine eindeutige Diagnose oder angemessene Unterstützung zu erhalten.

Hinzu kommt, dass die Erkrankung gesellschaftlich noch immer stark stigmatisiert ist. Die sichtbaren Veränderungen des Körpers werden oft vorschnell als Übergewicht oder mangelnde Selbstdisziplin bewertet. Diese Fehlurteile treffen Betroffene tief: Sie führen zu Scham, Schuldgefühlen, Rückzug und erheblicher seelischer Belastung, obwohl das Lipödem nichts mit falscher Ernährung oder fehlendem Willen zu tun hat.

Mehr als eine Figurveränderung

Ein Lipödem ist keine normale Fettansammlung, sondern eine krankhafte Veränderung des Fettgewebes. Typischerweise sind Beine und/oder Arme symmetrisch betroffen, während Hände und Füße ausgespart bleiben. Für Betroffene geht es dabei jedoch nicht nur um das äußere Erscheinungsbild.

Viele Frauen leiden tagtäglich unter:

  • chronischen Schmerzen, Druck- und SpannungsgefĂĽhlen
  • dem GefĂĽhl von Schwere und Erschöpfung
  • ausgeprägter BerĂĽhrungs- und Druckempfindlichkeit
  • einer erhöhten Neigung zu blauen Flecken

Diese Beschwerden sind oft dauerhaft präsent und schränken Alltag, Beruf und Freizeit erheblich ein.

Eine lebenslange Belastung – körperlich und seelisch

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die derzeit nicht heilbar ist. Sport und bewusste Ernährung sind wichtig für die allgemeine Gesundheit, können das krankhafte Fettgewebe jedoch meist nicht entscheidend beeinflussen. Für viele Betroffene ist diese Erfahrung besonders belastend – vor allem dann, wenn ihr Leiden von außen nicht ernst genommen oder infrage gestellt wird.

Neben den körperlichen Symptomen leiden viele Betroffene auch psychisch: unter einem gestörten Körperbild, unter Rückzug aus sozialen Situationen und unter der ständigen Notwendigkeit, sich erklären oder rechtfertigen zu müssen. Selbst alltägliche Dinge wie passende Kleidung oder längeres Stehen und Gehen können zur Herausforderung werden.

Ursachen und Verlauf

Die genauen Ursachen des Lipödems sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel genetischer Faktoren und hormoneller Einflüsse aus. Häufig tritt die Erkrankung in Phasen hormoneller Veränderungen auf, etwa:

  • in der Pubertät
  • während oder nach einer Schwangerschaft
  • in den Wechseljahren

Wichtig ist: Das Lipödem ist keine Folge von Übergewicht, auch wenn beides gemeinsam auftreten kann.

Behandlung: lindern, begleiten, ernst nehmen

Das Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Bewährte Maßnahmen sind unter anderem:

  • Kompressionstherapie, meist mit maĂźgefertigten StrĂĽmpfen
  • regelmäßige, gelenkschonende Bewegung
  • Manuelle Lymphdrainage, wenn medizinisch angezeigt
  • in ausgewählten Fällen eine operative Fettabsaugung (Liposuktion) in spezialisierten Zentren

Eine frühzeitige Diagnose und eine ernstnehmende, individuelle Betreuung können die Lebensqualität deutlich verbessern.

Warum Aufklärung und politisches Handeln so wichtig sind

Trotz der hohen Zahl Betroffener bestehen in Deutschland weiterhin Versorgungsdefizite, Unsicherheiten bei der Kostenübernahme und mangelnde Aufklärung. Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen – medizinisch, gesellschaftlich und politisch.

Um dies zu ändern, wurde eine Petition an den Deutschen Bundestag ins Leben gerufen. Sie setzt sich dafür ein, die Situation von Menschen mit Lipödem nachhaltig zu verbessern, die Erkrankung ernst zu nehmen und die medizinische Versorgung gerechter zu gestalten.

➡️ Bitte unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Stimme:
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2025/_10/_22/Petition_188775.html

Jede Unterschrift hilft, Aufmerksamkeit zu schaffen, Betroffenen Gehör zu verschaffen und ein klares Zeichen zu setzen: Lipödem ist real. Lipödem braucht Anerkennung. Und: Lipödem braucht Veränderung. Aus diesem Grund unterstützt die Deutsche Schmerzliga (DSL) e.V. diese Petition.

Machen Sie also bitte alle mit!

Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu mitteilen wollen,
dann schreiben Sie uns gerne an:

info@schmerzliga.de
Stichwort: Lipödem

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