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Die Glaskugel fĂĽr unsere Gesundheit?
Wie KI Krankheiten Jahre im Voraus vorhersagen kann


Kann Künstliche Intelligenz Krankheiten Jahre im Voraus erkennen? Forschende aus Deutschland und Dänemark haben ein Modell entwickelt, das genau das kann – und damit völlig neue Wege für Vorsorge und Prävention eröffnet.

Stellen Sie sich vor, man könnte heute schon sehen, mit welchen Krankheiten Sie in 10 oder 20 Jahren möglicherweise konfrontiert sein werden. Würden Sie es wissen wollen? Klingt nach Science-Fiction – und doch arbeiten Forschende bereits genau daran. Ein Team vom Europäischen Molekularbiologie-Labor (EMBL), vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Universität Kopenhagen hat ein KI-Modell entwickelt, das langfristige Krankheitsrisiken erstaunlich genau berechnen kann.

Wie funktioniert das?

Die KI wurde mit anonymisierten Gesundheitsdaten von Millionen Menschen „gefüttert“. Aus diesen Informationen hat sie gelernt, Muster zu erkennen: Wann treten Krankheiten typischerweise auf? Welche Rolle spielen Vorerkrankungen? Wie beeinflusst der Lebensstil das Risiko?

Ähnlich wie ein Sprachmodell die Grammatik unserer Sprache lernt, versteht diese KI die „Grammatik der Krankengeschichten“. Statt Sätzen aus Wörtern verarbeitet sie die Abfolge von Diagnosen, Operationen oder auch Lebensstilfaktoren wie Rauchen. Auf dieser Basis kann sie Wahrscheinlichkeiten für über 1.000 verschiedene Krankheiten berechnen – und das bis zu zehn Jahre im Voraus.

Ein konkretes Beispiel

Besonders anschaulich wird das beim Thema Herzinfarkt:

  • Bei Männern zwischen 60 und 65 Jahren reicht die berechnete Wahrscheinlichkeit von 4 bis 100 Fällen pro 10.000 Menschen und Jahr – je nach Gesundheitsgeschichte und Lebensstil.
  • Frauen haben im Durchschnitt ein geringeres Risiko, aber auch hier zeigt die KI groĂźe Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen.

Das Besondere: Diese Vorhersagen stimmen sehr gut mit den tatsächlich beobachteten Krankheitsfällen überein.

Warum das wichtig ist

Die Forschung steckt zwar noch in den Kinderschuhen

KI ist nicht dazu da, Defizite im Gesundheitssystem zu kaschieren. Sie kann fehlende Ressourcen oder Personalengpässe nicht ersetzen. Ihr Potenzial liegt vielmehr darin, die Versorgung stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen auszurichten – und so langfristig zu einer individuellen, vorausschauenden und gerechteren Gesundheitsversorgung beizutragen.

aber die möglichen Vorteile sind enorm:

  • FrĂĽhwarnsystem: Ă„rztinnen und Ă„rzte könnten Risiken erkennen, lange bevor Symptome auftreten.
  • Gezieltere Beratung: Wer sein individuelles Risiko kennt, kann seinen Lebensstil bewusst ändern.
  • Bessere Planung: Kliniken und Gesundheitssysteme könnten Ressourcen effizienter einsetzen.

Gerade mit Blick auf unsere alternde Gesellschaft und die steigende Zahl chronischer Erkrankungen eröffnet sich hier eine Chance: weg von der reinen Behandlung – hin zu mehr Vorsorge und Prävention.

Wahrscheinlichkeiten statt Gewissheiten

Wie bei einer Wetter-App gilt auch hier: Es geht nicht um absolute Vorhersagen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob und wann jemand krank wird. Die KI liefert Wahrscheinlichkeiten – und damit wertvolle Hinweise. So wie eine 70-prozentige Regenwahrscheinlichkeit dafür sorgt, dass wir lieber einen Schirm mitnehmen, könnten Risikoprognosen in Zukunft helfen, rechtzeitig gegenzusteuern.

Blick nach vorn

Noch ist das Modell ein Forschungsprojekt. Bevor es im Alltag eingesetzt werden kann, braucht es weitere Tests, repräsentativere Daten und klare Regeln für den Datenschutz. Doch schon jetzt zeigt sich: Künstliche Intelligenz könnte uns in eine Zukunft führen, in der Medizin nicht nur reagiert, sondern proaktiv begleitet.

Die Forschenden sind überzeugt: Wir stehen am Beginn einer neuen Ära. Einer Ära, in der Computer nicht unser Schicksal vorhersagen, sondern uns helfen, Chancen auf ein längeres und gesünderes Leben zu nutzen.

Fazit

KI ist nicht dazu da, Defizite im Gesundheitssystem zu kaschieren. Sie kann fehlende Ressourcen oder Personalengpässe nicht ersetzen. Ihr Potenzial liegt vielmehr darin, die Versorgung stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen auszurichten – und so langfristig zu einer individuellen, vorausschauenden und gerechteren Gesundheitsversorgung beizutragen.

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Stichwort: KI – Glaskugel für unsere Gesundheit?

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