Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.
Deutsche Schmerzliga e.V.

DSL-Newsletter - Gesundes Wissen Online

Kaffee und Medikamente – was Sie wissen sollten


Kaffee und Medikamente – was Sie wissen sollten

Viele Menschen starten ihren Tag mit einer Tasse Kaffee. Doch wussten Sie, dass Kaffee die Wirkung mancher Medikamente beeinflussen kann? Er kann dazu führen, dass Arzneimittel stärker, schwächer oder schneller wirken – manchmal auch mit mehr Nebenwirkungen. Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Wechselwirkungen und praktische Tipps für den Alltag.

1. Erkältungs- und Grippemittel

  • Kaffee (mit Koffein) und Erkältungsstoffe wie Pseudoephedrin wirken beide anregend.
  • Zusammen können sie Unruhe, Kopfschmerzen, Herzklopfen und Schlafprobleme auslösen.
  • Manche Erkältungspräparate enthalten bereits Koffein – dadurch wird die Wirkung noch verstärkt.
  • Menschen mit Diabetes sollten besonders vorsichtig sein, weil Kaffee Blutzucker und Körpertemperatur erhöhen kann.
  • Auch bei ADHS-Medikamenten (Amphetamine) oder Asthmamedikamenten wie Theophyllin besteht ein ähnliches Risiko.

2. SchilddrĂĽsenhormone und Osteoporose-Medikamente

  • Kaffee kann die Aufnahme von Levothyroxin (SchilddrĂĽsenhormon) um bis zu 50 % verringern.
  • Ursache: Kaffee beschleunigt die Verdauung und kann das Medikament im Magen binden.
  • Deshalb: Levothyroxin nĂĽchtern einnehmen, 30–60 Minuten vor dem ersten Kaffee.
  • Gilt auch fĂĽr Bisphosphonate gegen Osteoporose: Abstand zum Kaffee ist wichtig.

3. Psychopharmaka (Antidepressiva u. Ă„.)

  • SSRI (z. B. Sertralin, Citalopram): Koffein kann die Aufnahme stören und die Wirkung abschwächen.
  • Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin und auch Clozapin werden ĂĽber dasselbe Enzym abgebaut wie Koffein.
  • Das kann zu verzögertem Abbau, stärkeren Wirkungen und mehr Nebenwirkungen fĂĽhren – schon wenige Tassen Kaffee können hier problematisch sein.

4. Schmerzmittel (z. B. Aspirin, Paracetamol)

  • Kaffee beschleunigt die Magenentleerung, die Schmerzmittel wirken dadurch schneller.
  • Das Risiko fĂĽr Nebenwirkungen wie Magenreizungen oder Blutungen kann aber steigen.

5. Blutdruck- und Herzmedikamente

  • Koffein kann kurzfristig Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen.
  • Dadurch kann die Wirkung von Blutdruck- oder Herzrhythmus-Medikamenten abgeschwächt werden.
  • Ein kompletter Verzicht ist nicht unbedingt nötig – aber weniger oder entkoffeinierter Kaffee kann sinnvoll sein.

Fazit

Kaffee ist fĂĽr viele ein Genuss, kann aber die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, die Menge und Ihre individuelle Reaktion.

  • Achten Sie auf Abstände zwischen Kaffee und Medikament.
  • Beobachten Sie, wie es Ihnen geht.
  • Sprechen Sie bei Unsicherheiten mit Ihrer Ă„rztin oder Ihrem Arzt oder mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker.

Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu mitteilen wollen,
dann schreiben Sie uns gerne an:

info@schmerzliga.de
Stichwort: Kaffee und Medikamente

Ihre Deutsche Schmerzliga e.V.

Gefällt Ihnen unser Newsletter?
Leiten Sie ihn gerne weiter!

Sie haben unseren DSL-Newsletter noch nicht abonniert?
Einfach dem nachfolgenden Link folgen und Sie erhalten von uns regelmäßig aktuelle Informationen der Deutschen Schmerzliga e.V. rund um das Thema Schmerz.